roedig.shop architekten+partner bda
Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag
Städtebauliche Konzeption
Ziel des Entwurfs ist es, den Bestand und seine Potenziale zu nutzen und zu ergänzen, die Freiräume zu entsiegeln, neu zu zonieren und durch gezielte Rückbaumaßnahmen räumlich aufzuwerten. Die eingeschossigen Bestandsgebäude, die Mensa und Werkstatt, werden zurückgebaut und schaffen Raum für einen großzügigen, gut einsehbaren Pausenhof mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Bestand, der auf Grund der hohen Bautiefe und Länge, nicht mehr zeitgerecht für ein gesundes Lernen Verwendung finden kann, wird durch zwei gut platzierte Lichthöfe aufgewertet. Ergänzt wird der Bestand durch einen kompakten Neubau mit klarer, ruhiger Kubatur. Dieser fügt sich selbstbewusst in das Ensemble ein und bildet in Kombination mit dem Bestand eine stimmige bauliche Einheit. Eine Passerelle verbindet Alt- und Neubau in den oberen Geschossen. Gemeinsam mit der Sporthalle, die erhalten bleibt und durch neu organisierte Nebenräume funktional ergänzt wird, entsteht ein schulischer Campus aus drei eigenständigen, klar lesbaren Baukörpern. Die Nebenräume der Sporthalle sind so angeordnet, dass auch dieser Baukörper eine klare Raumkante zum Pausenhof ausbildet und den Außenraum zusätzlich fasst.
Architektonische Konzeption
Die architektonische Aufgabe besteht aus zwei zentralen Elementen: die Aufwertung des Bestands und der Ergänzung durch einen kompakten Neubau, der die zusätzlichen Funktionen aufnimmt und das rückgebaute Werkstattgebäude ersetzt.
Das Erdgeschoss des Bestands bietet bereits eine gute räumliche Grundlage für die Funktionen im ersten Schließkreis und wird behutsam ergänzt, sodass alle Funktionen barrierefrei erschlossen werden können. Die Obergeschosse des Bestandsgebäudes beherbergen künftig die allgemeinen Unterrichtsräume der Sekundarstufen I und II. Die Grundrisse sind jeweils in drei Zonen gegliedert: Entlang der beiden Fassaden liegen die Stammgruppenräume, während die großen und kleinen Teilungsräume in der Mittelzone angeordnet sind. Jeder dieser Räume ist direkt an einen der neu eingefügten Lichthöfe angebunden. Die Teilungsräume sind offen gestaltet und mit Glaselementen ausgestattet, sodass auch die Erschließungsflure von Tageslicht profitieren und räumlich aufgewertet werden. Bei Öffnung der Räume, entsteht eine großzügige, durchgesteckte und belichtete Mittelzone, die das klassische Prinzip der Flurschule auflöst. Die breiteren Gebäudebereiche zwischen den Treppenhäusern werden durch die neue Raumstruktur funktional definiert und können künftig bewusster als Aufenthaltsbereiche genutzt werden. Brandschutztechnisch wird der Bestand in zwei Lernbereiche auf. In den Fluren entstehen darüber hinaus Nischen mit Raum für die geforderten Schließfächer.
Ziel des Neubaus ist es, die geforderten Werkstätten im Erdgeschoss sowie die Fachräume in den Obergeschossen in einer kompakten, funktionalen Struktur unterzubringen. Die Tiefe des Baukörpers und die gewählte Skelettbauweise ermöglichen eine modulare, flexibel anpassbare Raumstruktur, die auch auf zukünftige Nutzungsänderungen reagieren kann. Wie im Bestand wird auf unbelichtete Flure verzichtet: Die Erschließungszonen erhalten Tageslicht an mindestens einem Ende. In der Verlängerung des Flurs aus dem Bestandsgebäude öffnet sich der Blick über die verbindende Passerelle hinweg zum angrenzenden Park. Zwei natürlich belichtete Treppenhäuser gliedern das Gebäude und rahmen eine mittig liegende Zone mit Nebenräumen. In den Obergeschossen wird besonderes Augenmerk auf funktionale Bezüge zwischen den verschiedenen Fachräumen gelegt, um deren pädagogische Nutzung optimal zu unterstützen.
Freiraumkonzept
Insgesamt wird die neue Freifläche der Carlo-Schmid-Oberschule als grüner Schulcampus entwickelt, der vielfältige Nutzungen zulässt, Orientierung bietet und gleichzeitig durch klare Raumkanten und gezielte Zonierung den Schulalltag strukturiert und unterstützt.
Das Schulgelände erhält eine um laufende Einfriedung sowie einen grünen Rahmen aus Pflanzflächen mit Bäumen. Die Zaunführung erlaubt es, den Eingangsplatz und Zugang zur Bibliothek auch außerhalb der Unterrichtszeiten zu nutzen. Der Haupteingang wird durch eine platzartige Fläche mit Baumpodesten zum Ankommen und Aufenthalt inszeniert. Südlich des Altbaus eröffnet sich der großzügige Schulhof, der insbesondere in den Pausen von den Schüler*innen genutzt und von den Aufsichtspersonen leicht überblickt werden kann. Die neue Aula erhält an der östlichen Giebelseite einen Freisitz, der bestehende Schulgarten wird flächenmäßig leicht erweitert.
Rund um die Sporthalle wird die tiefer gelegene Freifläche über barrierefreie Rampen erschlossen. Hier öffnet sich ein weiterer Hof, welcher überwiegend bewegten Aktivitäten dient und eine Erweiterung des Sportangebotes im Freien schafft. Die Sporthalle erhält an der Westseite des Grundstücks einen separaten Zugang, der von Vereinen auch außerhalb des Schulbetriebs genutzt werden kann.
An der Südwestseite des Altbaus erhält die Cafeteria einen Außenbereich, der ebenfalls barrierefrei erschlossen ist. An der Nordwestecke des Grundstücks ist der Mobilitätshub: hier wird weiterhin eine Parkplatzfläche mit barrierefreien Stellplätzen sowie weiteren PKW-Stellplätzen vorgesehen. Hier und zugleich in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang sind die Fahrradstellplätze verortet.
Der Baumbestand wird geschont und so weit möglich ergänzt. Die Freiflächen erhalten eine klare Zuordnung und sind einsehbar gestaltet, um die notwendige Aufsicht gewährleisten zu können. Regenwasser wird wo möglich flächig zur Versickerung gebracht.
Zonierung
Die Erschließung der Schule erfolgt weiterhin über das Hauptgebäude mit seinen vier identitätsstiftenden Treppentürmen. Ergänzend dazu verfügt das Werkhaus über zwei sekundäre Eingänge. Über eine Passerelle in den Obergeschossen ist es direkt mit dem Bestand verbunden, so können Schüler*innen schnell und unkompliziert zwischen den Gebäuden wechseln. Die Anlieferung der Küche erfolgt über den neuen Aufzug im nordwestlichen Treppenturm.
Die westliche Erschließungsschiene übernimmt mehrere externe Funktionen: Sie dient der Anlieferung für die Werkstätten sowie als Zugang für Vereine und externe Nutzer*innen des Sportplatzes. Auch das Druckstudio ist hier angesiedelt und erhält einen separaten Eingang für Kund*innen. Die Sporthalle verfügt über zwei unabhängige Zugänge: einen internen, der direkt an den Pausenhof anschließt, sowie einen externen, der über die westliche Zuwegung erschlossen wird.
Erdgeschossnutzung
Das Erdgeschoss des Bestands bildet weiterhin mit dem großzügigen Foyer und den öffentlichen Nutzungen den zentralen Zugang zum neuen Campus. Bis auf die Ergänzung einiger Nebenräume und den Einbau eines Aufzugs, der sowohl das Galeriegeschoss als auch das Souterrain barrierefrei erschließt, bleibt die bestehende Struktur weitgehend unangetastet. Die Mensa mit ihren Nebenräumen wird ins Souterrain verlegt, das durch neue, großzügige bodentiefe Öffnungen nach Süden deutlich besser belichtet wird. Diese ermöglichen zugleich einen direkten Bezug zum Außenraum und schaffen Raum für Aufenthalt und Essen im Freien. Die Nebenräume werden analog zum Bestand nach dem Prinzip des „Einstellens“ in den Raum integriert. Sie entstehen als Holzkonstruktionen und interpretieren die gestalterischen Elemente des Bestands, wie etwa die runden Ecken. Die weiteren Funktionen des ersten Schließkreises, der Mehrzweckraum, die Bibliothek und Carlos Paper Shop, bleiben erhalten.
Im Neubau („Werkhaus“) sind die Werkstätten untergebracht. Mit einer Raumhöhe von über 4 Metern bieten sie optimale Bedingungen für praxisorientiertes Arbeiten. Wie bei klassischen Werkstattgebäuden können die Räume über großformatige Industrietore zum Außenraum geöffnet werden. Transparente Glaselemente zwischen den Werkstätten fördern Sichtbeziehungen und Synergien. Im vorderen Gebäudebereich befinden sich die Räume für die Inklusion. Diese sind, wie gewünscht, über einen separaten Zugang erreichbar und können somit auch unabhängig vom restlichen Schulbetrieb extern genutzt werden.
Erschließung der Gebäude
Die Erschließung des Bestands erfolgt weiterhin über die vier prägenden Treppentürme, die den Charakter des Gebäudes maßgeblich mitbestimmen. Ergänzt wird das bestehende Erschließungssystem durch einen strategisch günstig positionierten Aufzug, der eine barrierefreie Erschließung aller Geschosse sowie der Galerie- und Souterrainbereiche gewährleistet.
Das Werkhaus verfügt über zwei natürlich belichtete Treppenhäuser sowie einen zusätzlichen Aufzug.
Grundidee des Grundrisskonzepts ist es, die Erschließungsflächen über ihre reine Funktion hinaus zu qualifizieren. Die Flurzonen sollen möglichst großzügig gestaltet werden, sodass sie nicht nur Bewegungsflächen, sondern zugleich auch Aufenthaltsbereiche oder zusätzliche pädagogisch nutzbare Räume bieten können.
Tragwerkskonzept
Die Tragstruktur in Form von Betonstützen im Bestandsgebäudes bleibt erhalten und ermöglicht eine einfache Integration der neuen Raumschichten. Der Neubau wird in Holz-Skelettbauweise mit einem Achsraster von 4 Metern errichtet. Rippendecken übernehmen die großen Spannweiten und prägen gleichzeitig die räumliche Erscheinung des Innenraums. Um eine langfristige Flexibilität für mögliche Nutzungsänderungen zu gewährleisten, kommen tragende Unterzüge zum Einsatz. Die Fassade wird als nichttragende Schicht vor die Primärstruktur gehängt. Ein hoher Vorfertigungsgrad mit Fertigbauteilen ermöglicht einen schnellen Bauablauf.
Brandschutz
Die Feuerwehr gelangt über zwei Einfahrten auf das Grundstück. Die östliche Feuerwehrzufahrt dient weiterhin für die Adressen Seeburger Weg 9 und 11 als Rettungszufahrt. Der großzügige Außenraum bietet Platz für zwei Sammelstellen, eine auf dem Sportplatz, eine im östlichen Grundstückbereich.
Zudem werden Feuerwehrbewegungsflächen mit einer Größe von 7m x 12m vorgesehen. Der Abstand zu den Gebäuden beträgt dabei höchstens 50 Meter.
Im Bestand ist keine innere Brandwand vorhanden. Zur Kompensation wird die Ausstattung des gesamten Bestands mit einer Brandmeldeanlage (BMA) der Kategorie 1 vorgeschlagen.
In Anlehnung an den Entwurf der neuen Muster-Schulbaurichtlinie (MSchulBauR) soll jedes Geschoss in zwei ca. gleich große Lernbereiche mit je rund 1.100 m² unterteilt werden. Jeder dieser Bereiche wird direkt an zwei unabhängige Treppenräume angebunden. Die Trennwände der Lernbereiche sind raumabschließend in feuerbeständiger Bauweise auszuführen.
Der Neubau bildet aufgrund des baulichen Abstands zum Bestand einen eigenständigen Brandabschnitt. Auch hier wird eine BMA Kategorie 1 vorgesehen. Pro Geschoss kann so je ein Lernbereich realisiert werden. Aufgrund der insgesamt geringen Brandlasten im Schulbetrieb wird dies ebenfalls als genehmigungsfähig bewertet. Zusätzlich verbessern teilweise transparente Innenwände die Sichtbeziehungen und unterstützen das Sicherheitskonzept.
Vorbehaltlich der Zustimmung eines Prüfingenieurs für Brandschutz können Decken und Stützen – abweichend vom Regelfall – in sichtbarer Holzbauweise ausgeführt werden. Die Kompensation erfolgt durch die flächendeckende BMA sowie die nachgewiesen geringe Brandlast. Ausgenommen hiervon sind naturwissenschaftliche Fachräume, Werkräume, Produktionsküchen und vergleichbare Nutzungen – hier ist eine brandschutztechnische Bekleidung zwingend erforderlich.
An den Interimscontainern werden 2 gebaute Flucht- und Rettungswege vorgesehen.
Das Lehrpersonal wird immer über den aktuellen Stand der Sammelstellen informiert. Zudem werden regelmäßige Übungen zur Entfluchtung mit den Kindern vorgesehen.
Gestaltungskonzept Fassaden
Die identitätsstiftenden Merkmale der Bestandsfassaden bilden die gestalterische Grundlage für die Fassadenkomposition des Schulcampus. Die bestehenden Waschbetonplatten bleiben erhalten. Das plastische Erscheinungsbild der Bandfassade wird im Neubau fortgeführt. Dabei entsteht durch die Verwendung schlichter Aluminium-Wellbleche als Fassadenverkleidung ein harmonischer Kontrast zur rauen Oberfläche des Waschbetons.
Die Waschbetonplatten des Hauptgebäudes werden sorgfältig zurückgebaut, instandgesetzt, gereinigt und zwischengelagert. Anschließend wird eine neue, hochisolierende Dämmschicht angebracht, bevor die gereinigten Platten mithilfe von Halfen-Fassadenankern wieder montiert werden.
Die Treppentürme erhalten neue Dämmung, werden mit wiederverwendeten roten Blechen verkleidet und abschließend durch ein Stahlseilsystem begrünt.
Die Fassadenverkleidung des Neubaus besteht aus wiedergewonnenen Aluminium-Wellblechen, die in einem bronzefarbenen Walnussschalenbraun beschichtet werden.
Auch bei der Sporthalle werden die Waschbetonplatten – analog zum Hauptgebäude – demontiert, gereinigt und auf einer neuen Dämmebene montiert. Für den neuen Nebentrakt der Sporthalle ist ebenfalls eine Aluminium-Wellblechverkleidung vorgesehen, wie sie beim Neubau zum Einsatz kommt.
Die Außenecken aller Waschbetonfassaden werden aus rückgebauten Elementen des Nebengebäudes gefertigt, um die durch die neuen Dämmschichten entstehenden Fassadenversprünge auszugleichen. Alle Gebäudehüllen erfüllen den Energiestandard KfW 55.
Markante Eingangsbereiche werden durch rote Eingangstüren akzentuiert und tragen zur besseren Orientierung bei. Für alle Gebäude des Schulcampus sind langlebige, hochdämmende Holz-Aluminium-Fenster vorgesehen. Als außenliegender Sonnenschutz kommen textile Rollläden zum Einsatz, deren Farbverläufe auf die Fassadenfarben abgestimmt sind. Sie fassen das Gebäudeensemble gestalterisch zusammen und verleihen der Dreiklang-Komposition Lebendigkeit und Leichtigkeit.
Materialwahl, Nachhaltigkeit und zirkuläre Konstruktion
Das Konstruktions- und Fassadenkonzept der Carlo-Schmid-Oberschule folgt konsequent den Prinzipien des zirkulären Bauens: Der Rückbau im Bestand wird auf ein absolutes Minimum reduziert, während gleichzeitig ein kompakter, wirtschaftlicher Neubau ergänzt wird.
Die Fassadenverkleidung des Bestands bleibt unverändert. Die vorhandenen Waschbetonplatten werden im Zuge der Sanierung ertüchtigt und durch eine hinterlüftete Dämmschicht ergänzt, um heutigen energetischen Anforderungen gerecht zu werden.
Der Neubau erhält eine vorgefertigte Holzrahmenbau-Fassade, die konstruktiv vom Primärtragwerk getrennt und nichttragend ausgeführt ist. Im Sinne des zirkulären Bauens ermöglicht dies eine spätere Demontage oder den Austausch der Fassade, ohne die Hauptkonstruktion zu beeinträchtigen. Die Fassadenverkleidung besteht aus marktverbreiteten und daher gut wiederzuverwendenden Aluminium-Wellblechen. Die tragenden und aussteifenden Elemente des Neubaus bestehen aus Holz und leisten einen aktiven Beitrag zur dauerhaften CO₂-Bindung. Teile der Holzkonstruktion bleiben im Innenraum sichtbar und verbessern auf natürliche Weise das Raumklima und die Akustik.
Im Erdgeschoss des Neubaus wird ein belastbarer Terrazzoboden für die Werkstätte eingebaut. Die Bruchstücke zuvor rückgebauter Betonbauteile aus einem Nebengebäude werden recycelt und nehmen damit farblich und gestalterisch Bezug auf die erhaltenen Terrazzo-Werksteinplatten im Erdgeschoss des Bestands.
In den Obergeschossen sowie in ausgewählten Nebenräumen der Sporthalle wird ein nachhaltiger Linoleumbelag in Terrazzo-Optik eingesetzt. Die nuancierten Farbtöne – Grün, Rot und Beige – differenzieren die verschiedenen Nutzungsbereiche und schaffen eine klare räumliche Gliederung. Aus dem Bestand wiederverwendet werden zudem Innentüren sowie Teile der vorhandenen Trockenbauplatten. Zurückgebaute Fenster des Altbestands finden als Glasausschnitte in den Innenwänden des Neubaus eine neue Verwendung.
Umsetzungskonzeption
Baustelleneinrichtung
Die Baustelleneinrichtungsfläche ist auf dem Parkplatz der Lehrer*innen angeordnet, so dass der Anlieferungsbereich vom öffentlichen Straßenland gut erreichbar stattfinden kann. Die Lutoner Straße ist weiterhin einspurig befahrbar. Die BE wird mit den erforderlichen Hebezeugen, Containern und Lagerflächen geplant und verbleibt während der gesamten Baumaßnahme an dieser Stelle und wird durch den Bauphasen zugeordnete BE-Flächen ergänzt. Um die jeweiligen Baufelder werden Sicherungsmaßnahmen errichtet (geschlossener Bauzaun) und damit zu jeder Zeit sichere Zugänge für die Schüler*innen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit hergestellt. Die Erstellung eines Baulogistikkonzepts entsprechend der Phasen ist Bestandteil unserer Planung. Zusätzlich werden alle Maßnahmen mit dem SiGeKo abgestimmt.
Die Feuerwehrzufahrt für das Nachbargebäude ist in jeder Bauphase vorhanden. Für den Schulbetrieb werden die erforderlichen Feuerwehrzufahrten und Feuerwehrbewegungsflächen vorgehalten, so dass diese einen max. Abstand von 50 m zu allen genutzten Gebäuden aufweisen. Die Flucht- und Rettungswege sowie Sammelstellen werden je Phase geplant und mit regelmäßigen Übungen der Nutzer*innen zur Entfluchtung vor Ort kommuniziert.
Die Interimsstandorte benötigen zwei gebaute Flucht- und Rettungswege sowie getrennt funktionsfähige Alarmierungsanlagen, diese sind Grundlage der weiteren Planung.
Baulicher Ablauf bei gleichzeitigem Schulbetrieb
Die Gleichzeitigkeit von Baustelle und Schulbetrieb stellt eine große Herausforderung dar, welche im vorliegenden Projekt besonders berücksichtigt wird. Alle Beteiligten (Schule, Auftraggeberin, Planende, Baufirmen) sind darauf zu sensibilisieren tragfähige Konzepte mit allen Beteiligten abzustimmen. Es wird empfohlen, einen regelmäßig stattfindenden Termin mit einem „Baukommunikationsteam“ als Gremium zu installieren, um auf kurzem Wege alle Belange zu besprechen und zu entscheiden. Folgende Ebenen werden hier u.a. betrachtet: Lärmbelastung, Verkehrssicherung (klare und sichere Zugangsbereiche für die Schüler*innen), Umzüge bevorzugt in den Ferienzeiten, phasenweises Konzept der Zuordnung der Unterrichtsräume zu Gebäuden, sowie Erhalt des Schulgartens während der gesamten Maßnahme als wichtiger Bestandteil des Außenraums.
Durch optimierte Bauphasen und ein Ineinandergreifen von Abläufen planen wir kurze lokale Bauzeiten bei geringem Maß an Lärm- und Staubemissionen mit dem Fokus auf die Beschleunigung der baulichen Maßnahmen, s. Beschleunigungsmaßnahmen.
Einschränkungen im Betrieb wollen wir auf ein Minimum reduzieren und beginnen die Umsetzung mit dem Neubau und der Sanierung der Sporthalle. Diese Phase kann parallel zum Schulbetrieb stattfinden. Während der Sanierung der Sporthalle ist diese nicht nutzbar, es stehen in diesem Zeitraum die Außenflächen für die Schüler*innen als Sport- und Pausenfläche zur Verfügung.
Etappenbildung und Bauphasen
Die Baumaßnahme gliedern wir in zwei Hauptphasen:
Phase 1:
- Neubau Erweiterungsbau
- Umbau Sporthalle mit Abbruch des Sanitärtraktes der Sporthalle sowie des Gymnastikraumes
- Versetzen der Bestandscontainer der Oberstufe auf den südlichen Interimsstandort (4 Klassen) nach Herrichten des Geländes
- Herstellen Erweiterungsbau + Sanierung Sporthalle
- Fertigstellen Erweiterungsbau + Sporthalle
- Umzug WAT + Allgemeine Unterrichtsräume aus dem Nebengebäude in den Erweiterungsbau
- Umzug Fachräume + Carlos-Green-Paper-Shop aus dem Hauptgebäude in den Erweiterungsbau
- Neubau: freiwerdende tagesbelichtete Räume werden als allgemeine Unterrichtsräume genutzt, wie Kunstraum, Musik
- Herstellen des Hofbereiches um die Sporthalle, inkl. Treppen- und Rampenanlagen für die barrierefreie Zugänglichkeit
- Realisierung der Geländeabfangung für den späteren Freisitz der neuen Mensa
- Schaffung des westlichen Zuganges auf das Grundstück. Bauzeit ca. 9 Monate, kann teilweise bei laufendem Sportbetrieb passieren.
- Inbetriebnahme der sanierten Sporthalle
- Abbruch des Nebengebäudes und Herrichten der Fläche als Standort für die Container der Interimsphase für die allgemeinen Unterrichtsräume aus dem Hauptgebäude
- Aufbau Containerburg (3-geschossig für 20 Klassen, Treppenanlage, barrierefreie Erschließung) an Stelle des Nebengebäudes
- Erweiterung des südlichen Standorts der Interimsposition für 16 Klassen, d.h. 2-geschossig – 40 Container, Treppenanlage, barrierefreie Erschließung
- Leerzug des Hauptgebäudes, Bibliothek an Ersatzstandort, Einlagern der Kunst am Bau in den Kellerräumen, allgemeine Klassenräume, Mensa und Verwaltung an Interimsstandort Containerburg auf der Fläche des Nebengebäudes
- Doppelnutzung von Räumen im Neubau als Option
Phase 2:
- Sanierung + Umbau des Bestandsgebäudes, Abbruch Mensa
- Fokussierung der Baumaßnahmen zur Sanierung der Hülle, um frühestmöglichen Beginn der Freianlagen nach Gerüstabbau zu ermöglichen
- Nach Herstellen der Wetterdichtigkeit des Gebäudes: Innenausbau
- Fertigstellung Bestandsgebäude, Rückzug der Allgemeinen Klassenräume
- Rückbau Interimslösungen
- Herstellung neuer Schulhof, Ertüchtigung Schulgarten, während Innenausbau und sobald Interimslösungen rückgebaut sind, kann teilweise auch bei laufendem Betrieb erfolgen.
- Im Anschluss letzte Bauphase Freianlagen: Herstellung Haupteingang und westliche Zufahrt inkl. Freisitz neue Aula, kann größtenteils bei laufendem Betrieb stattfinden, Bauzeit ca. 10 Monate.
Dauer der jeweiligen Etappen und Bauphasen
Phase 1 Neubau + Sanierung Sporthalle
11/2027 – 05/2029 Neubau / Sporthalle
08/2029 Umzug
Sporthalle wieder nutzbar
05/2029 – 08/2029 Herstellen Interimsstandort
08/2029 Leerzug Schulgebäude
Phase 2 Sanierung Bestandsgebäude
08/2029 – 06/2031 Sanierung Bestandsgebäude
08/2031 Rückbau Interimsanlagen / Fertigstellung Freianlagen
09/2031 Nutzungsaufnahme Bestandsgebäude
12/2031 Fertigstellung Freianlagen bei laufendem Betrieb möglich
Beschleunigungsmaßnahmen
Unsere Planung berücksichtigt unterschiedliche Parameter, die zu einer Beschleunigung und damit Kostenreduzierung beitragen:
Baukonstruktive Maßnahmen
- Verzicht auf Kellergeschoss im Neubau, wenig Aushub, Reduktion Kosten
- Keine Aufstockung des Bestandsgebäudes / keine Ertüchtigung der Tragstruktur notwendig
- Neubau als Leichtbau mit additiv lösbarer Konstruktion, keine Wartezeit für Trocknung (Estrich, kein Feuchteeintrag)
Planungsstrategien
- Genehmigungsfähigkeit des Neubaus entsprechend B-Plan und gängige Bauarten des Schulbaus
- Einsparung von Abriss + Neubau -> Kurze Sanierungsmaßnahmen / Rückbaumaßnahmen
- Größtmöglicher Erhalt der bestehenden Sporthalle
- Max. Vorfertigungsgrad für Neubau, hoher Wiederholungsgrad der Bauelemente
- Ersatzmaßnahmen für Nebenflächen
- Re-use: nicht tragende Bauteile (keine neuen Zulassungen erforderlich), leichte innere Trennwände, Re-use Fassade -> keine Lieferengpässe
- Erhalt bestehender Technikflächen bei Grunderneuerung technischer Anlagen
Organisatorische Vorteile
- Hohe Unabhängigkeit von Erweiterungsmaßnahmen, die parallel neben der Bestandsstruktur hergestellt werden, hochinstallierte Räume werden vorher hergestellt
Interimsmaßnahmen in baulicher / wirtschaftlicher / organisatorischer Hinsicht
Wir haben zwei Interimsstandorte vorgesehen: Der erste Standort ist angrenzend an den Sportplatz, die bestehende Containeranlage für die Oberstufe wird hierhin umgesetzt und nach Nutzungsaufnahme des Neubaus ergänzt. Nach Abbruch des Nebengebäudes kann dieser Bereich als Interimsstandort hergerichtet werden. Somit stehen zum Leerzug des Schulgebäudes ausreichend Klassenräume zur Verfügung, eine Mehrfachnutzung der Räume im Neubau ist zu prüfen. Alle Interimsstandorte sind barrierefrei erreich- und nutzbar.
Die Ausführung der Interimsgebäude ist in verschiedenen Varianten möglich: Containeranlage (Kauf vs. Mieten), Wiederverwendung von Holzmodulen aus Interimsnutzungen anderer Maßnahmen bzw. Weitergabe der vorhandenen Module an die nächsten Maßnahmen. Die temporären Bauten sparen Kosten gegenüber Festbauten. Die Wiederverwendung bestehender Infrastruktur senkt die Investitionskosten.
Die Etappierung der Ausführung und Gleichzeitigkeit der Umsetzungen ermöglicht eine Reduzierung des Umfangs der Interimslösungen sowie der Kosten, in dem der Neubau als Erstes hergestellt wird und genutzt werden kann. Der WAT-Bereich kann somit einmal direkt an den neuen Standort umziehen.
Der vorhandene Fernwärmeanschluss wird auch während der Umbauphase weiter genutzt. Der Anschlussraum wird während der Interimsmaßnahme so umgebaut, dass von dort sowohl der Neubau als auch der Interimsbau und später der sanierte Altbau versorgt werden. Ähnliches gilt für den vorhandenen Mittelspannungsstromanschluss. Hinter der vorhandenen Trafostation wird eine neue Abgabe und Unterverteilung für den Neubau errichtet. Die Unterverteilungen für den Bestandsbau werden passend zum Baufortschritt zurückgebaut bzw. saniert.
Für den zu sanierenden Bestandsbau werden zentrale Lüftungsgeräte an gleicher Stelle wie im Bestand geplant. Auslegungsgrundlage ist dabei der hygienische Mindestluftwechsel. Die Geräte werden mit einem Bypass ausgestattet, so dass das eine Nachtauskühlung über die Geräte bei gleichzeitiger Einhaltung des Einbruchschutzes sichergestellt wird. Der Neubau erhält ein eigenes Lüftungsgerät, welches auf dem Dach aufgestellt wird.
Der Bestandskeller des Hauptgebäudes wird als zentraler Standort für das Datennetz, die Sprachalarmierung sowie alle weiteren Medien der KG 450 und 480 genutzt. Von dort erfolgt die Erschließung des Neubaus, des Interimsbaus sowie später auch wieder der Bestandsgebäude, welche während der Umbauphase abgekoppelt werden. Die Erweiterung der Anlagen erfolgt neben der physischen Erschließung mit einer bauabschnittsweisen Umprogrammierung.
Für den Interimsbau müssen auf Grund des Abstands zur Straße / Kanalisation zwei Hebeanlagen verwendet werden. Diese werden für den finalen Sanierungsschritt im Bestand für das Untergeschoss wiederverwendet und ermöglichen Sanitäre Einrichtungen unterhalb der Rückstauebene.
Konzeption der gewählten Materialien, Baustoffe und Bauteile
Fassade
Die Auswahl der Materialien, Baustoffe und Bauteile erfolgt konsequent nach dem Prinzip des zirkulären Bauens. Ziel ist es, den Rückbau auf ein Minimum zu reduzieren und möglichst viele Bauteile aufzubereiten und erneut zu verwenden. Der Hintergrund: Die Wiederverwendung von Materialien bietet ein erheblich größeres CO₂-Einsparpotenzial als der Einsatz recycelter Baustoffe.
Ein zentrales Beispiel dafür ist die Wiederverwendung der Waschbetonfassaden des Hauptgebäudes und der Sporthalle. Um heutigen energetischen Anforderungen zu genügen, wird die Fassade mit einer neuen Dämmebene versehen. Dazu werden die Waschbetonplatten zunächst sorgfältig demontiert, auf Schäden überprüft, gereinigt und bei Bedarf instandgesetzt – etwa durch das Ausbessern von Ausbrüchen mit Mörtel oder Reparaturharz. Anschließend werden die Platten hinterlüftet auf der neuen Dämmebene montiert und mit geeigneten Verankerungssystemen, wie z. B. Halfen-Ankern, sicher befestigt. Diese ermöglichen es, den durch die zusätzliche Dämmung entstandenen Abstand zur Tragstruktur zuverlässig zu überbrücken. Durch dieses Verfahren werden nicht nur Transportwege und die Anschaffung neuer Fassadenmaterialien eingespart, sondern auch Bauabfälle wirksam reduziert.
Auch die Fassadenbekleidung des Neubaus folgt dem Gedanken der Wiederverwendung: Hier kommt bereits gebrauchtes Aluminium-Wellblech zum Einsatz. Das Material zeichnet sich durch seine Langlebigkeit, Korrosionsbeständigkeit und mechanische Befestigung aus – Eigenschaften, die einen zerstörungsfreien Rückbau und eine unkomplizierte Wiederverwendung ermöglichen. Die Aluminium-Wellbleche wurden also bereits an anderer Stelle verwendet und erfahren nun – nach sorgfältiger Aufbereitung – eine Wiederverwendung im aktuellen Projekt. So wird der Materialkreislauf konsequent geschlossen und Ressourcen werden geschont. Für eine einheitliche und hochwertige Optik werden die Bleche in einem bronzefarbenen Ton beschichtet.
Einige Fassadenelemente des Bestands enthalten derzeit noch Asbest und müssen daher unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften fachgerecht von geschultem Personal entfernt und entsorgt werden. So wird beispielsweise die asbesthaltige Verkleidung zwischen den Fenstern durch unbeschichtete Aluminiumbleche ersetzt. Dieses Material ist vollständig recycelbar, äußerst langlebig, korrosionsbeständig und wartungsarm – und trägt damit zur Ressourcenschonung und Reduktion von Folgekosten bei.
Auch die Fassaden der Treppentürme, die ebenfalls asbestbelastet sind, werden erneuert. Hier kommen – analog zur Neubaufassade – wiederverwendete Aluminiumbleche zum Einsatz. Diese erhalten zur Wahrung des gestalterischen Zusammenhangs eine markante, rotfarbene Beschichtung.
Die Treppentürme werden mithilfe eines filigranen Stahlseilsystems begrünt, das als Rankhilfe für Kletterpflanzen dient. Diese Fassadenbegrünung trägt nicht nur zur Aufwertung des äußeren Erscheinungsbilds bei, sondern verbessert auch das Mikroklima im Außenraum: Sie kühlt auf natürliche Weise, filtert Schadstoffe aus der Luft, reguliert die Luftfeuchtigkeit und bietet einen wirkungsvollen sommerlichen Hitzeschutz für die sonnenexponierten Treppentürme.
Bodenbeläge
Auch der Bodenbelag im Erdgeschoss des Hauptgebäudes wird im Sinne des zirkulären Bauens erhalten und wiederverwendet. Die vorhandenen Werksteinplatten in Terrazzoptik – in Schwarz und Beige – werden sorgfältig gereinigt, sodass ihre ursprüngliche gestalterische Qualität wieder sichtbar wird.
In den oberen Geschossen hingegen wird im Zuge der Umbaumaßnahmen ein neuer Linoleumbelag verlegt. Dieser besteht nahezu vollständig aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen, ist kreislauffähig und besonders langlebig. Linoleum ist äußerst strapazierfähig, pflegeleicht und bei Bedarf gut reparierbar – damit eignet es sich ideal für stark frequentierte Bereiche wie Flure und Klassenräume.
Auch im Neubau – in den Obergeschossen sowie in den Nebenräumen der Sporthalle – wird ein neuer, kreislauffähiger Linoleumbelag eingesetzt. Die Ausführung entspricht dem Belag des Hauptgebäudes; lediglich die Farbgebung variiert je nach Nutzungsbereich.
Alte Linoleumbeläge werden ausgebaut und, sofern möglich, dem Wertstoffkreislauf zugeführt oder thermisch verwertet.
Für den Werkstattboden im Erdgeschoss des Neubaus kommt ein Recycling-Terrazzo zum Einsatz. Die Mischung besteht zu 40 % aus einem Bindemittel und zu 60 % aus recyceltem Material. Der Terrazzo wird direkt vor Ort hergestellt – dabei werden Bruchstücke aus zuvor rückgebauten Gebäudeteilen im Sinne des geschlossenem Materialkreislaufs erneut verwendet.
Zum Einsatz kommen unter anderem Materialien wie Glas, Keramikreste, Ziegel oder Naturstein. So werden nicht nur Ressourcen geschont und lange Transportwege vermieden – der Boden trägt zugleich die Geschichte des Ortes weiter und verankert den Neubau gestalterisch wie symbolisch im Bestand.
Fenster
Die Bestandsfenster entsprechen nicht den energischen Anforderungen und müssen ausgetauscht werden. Sie werden durch Holz-Aluminium-Fenster ausgetauscht. Holz-Alu-Fenster vereinen die natürliche Wärmedämmung und Behaglichkeit von Holz im Innenraum mit der Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit von Aluminium auf der Außenseite. Sie sind besonders nachhaltig, da der nachwachsende Rohstoff Holz mit einem nahezu wartungsfreien Schutz kombiniert wird.
Die demontierten Bestandsfenster kommen an geeigneten Stellen als Glasausschnitte im Innenraum des Neubaus zum Einsatz.
Außenseitig angebrachte Sonnenschutzrollos schützen zusätzlich vor der sommerlichen Überhitzung.
Türen und Innenwände
Aus dem Bestandsgebäude werden darüber hinaus vorhandene Innentüren sowie Teile der bestehenden Trockenbauplatten wiederverwendet. Die Türen werden aufgearbeitet und in geeigneten Bereichen erneut eingebaut. Auch die Trockenbauplatten werden sortenrein zurückgebaut und für den Wiedereinbau vorbereitet, um Materialkreisläufe zu schließen und Abfallmengen zu reduzieren.
Tragsystem
Das Tragsystem des Altbaus bleibt in seiner bestehenden Struktur erhalten.
Der Neubau hingegen wird als Holz-Skelettbau konzipiert und erhält damit ein primäres Tragwerk aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Ergänzt wird die Konstruktion durch Brettsperrholzdecken sowie vorgefertigte Holztafel-Elemente für die Fassade. Der Einsatz von Holz leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag zur CO₂-Bindung, sondern überzeugt auch durch seine positiven Eigenschaften für das Raumklima. Für eine nachhaltige Schalldämmung kommen ökologische Materialien wie Holzwolle-Akustikplatten und Hanfmatten zum Einsatz.
Wandaufbau Außenwand Neubau
Die Außenwände des Neubaus bestehen aus vorgefertigten Holztafelbau-Elementen. Dank des hohen Grades an werkseitiger Vorfertigung lässt sich die Rohbauphase äußerst kurzhalten. Der mehrschichtige Wandaufbau erfüllt sowohl energetische als auch bauphysikalische und ökologische Anforderungen in hohem Maße. Dabei bleibt die Bauteildicke vergleichsweise schlank, was eine effiziente Nutzung der überbauten Fläche begünstigt. Darüber hinaus ermöglicht die Konstruktion einen sortenreinen Rückbau der einzelnen Schichten – eine wichtige Voraussetzung für Wiederverwendung oder Rückführung in den Materialkreislauf.
Möbeleinbauten / Kunstwerke
Die derzeit im Schulgebäude vorhandenen Kunstwerke werden während der Bauphase sorgfältig ausgebaut und fachgerecht zwischengelagert. Im Anschluss finden sie wieder ihren Platz im neuen innenräumlichen Konzept. Auch das Aquarium sowie weitere identitätsstiftende Einrichtungsgegenstände der Schule bleiben erhalten und werden behutsam in die Neugestaltung integriert.
In den neu geschaffenen Aufenthaltsbereichen innerhalb des Gebäudes kommen hochwertige Holzeinbauten zum Einsatz, die eine warme und einladende Atmosphäre schaffen.
Konzeption TGA
KG 410
Die Versorgung des Gebäudes mit Trinkwasser wird über den bestehenden Hausanschluss im Hauptgebäude sichergestellt. Von dort erfolgt die zentrale Erschließung der einzelnen Gebäude. Für die Duschen der Turnhalle, wird eine Frischwasserstation geplant. Weitere Sanitär- und Toilettenbereiche erhalten dabei jeweils dezentrale elektrische Durchlauferhitzer, so dass das Trinkwarmwassernetz möglichst klein gehalten wird und das Legionellenrisiko ebenfalls reduziert wird.
Die Entwässerung erfolgt über eine Freispiegelentwässerung, wobei für Sanitärobjekte unterhalb der Rückstauebene eine Hebeanlage verwendet wird (welche in der Umbauphase bereits für die Interimsgebäude notwendig wird).
KG 420
Die Wärmeversorgung wird vollständig über den vorhandenen Fernwärmeanschluss sichergestellt. Es wird eine zentrale Unterverteilung hinter dem Hausanschluss hergestellt, von der aus den einzelnen Gebäudeteilen erschlossen werden. Die Wärmeübertragung in den Gebäuden wird über eine Flächenheizung vorgesehen, wobei die thermische Masse des Bestands aktiviert wird.
KG 430
Im Bereich der Lüftung wird die Einhaltung des hygienischen Mindestluftwechsels durch zentrale Lüftungsanlagen sichergestellt. Im Bereich des Bestandsgebäudes wird dabei die vorhandene Lüftungszentrale genutzt. Die im Bestand vorhandenen Außenlufttürme werden Instand gesetzt und für die neue RLT-Anlage wiederverwendet. Aus der Lüftungszentrale wird das Bestandsgebäude mit 2 zentralen Schächten erschlossen. Die Verteilung im Gebäude erfolgt dann aus beiden Schächten geschossweise, wobei die Aufenthaltsräume über Kanäle in den Deckenbereichen der Flure erschlossen werden.
Im Bereich des Neubaus wird ebenfalls eine RLT-Anlage mit den gleichen Auslegungsparametern vorgesehen. Diese wird dabei jedoch auf dem Dach errichtet und erschließt den Neubau von oben, über einen zentralen Schacht. Analog zum Bestand erfolgt die Erschließung über den zentralen Schacht mit geschossweisen Abgängen und einer zentralen Verteilung im Deckenbereich der Flure. Die zentralen RLT-Geräte werden jeweils mit einem Bypass ausgerüstet, so dass das vorhandene Luftkanalnetz für eine Nachtauskühlung genutzt werden kann, ohne dass die Luft entsprechend in den Geräten vorkonfektioniert werden muss.
KG 440
Der vorhandene Mittelspannungsanschluss im Untergeschoss des zu sanierenden Bestandsgebäudes wird weiter genutzt. Hinter dem Hausanschluss wird eine neue ELT-Zentrale errichtet, von der aus sowohl der Neubau als auch der Bestand zentral versorgt wird.
Im Bereich der Decken werden PV-Module nach den gesetzlichen Vorschriften vorgesehen. Während die Wechselrichter für die Module ebenfalls auf dem Dach geplant werden, laufen die Strings der Eigenstromerzeugungsanlagen in der zentrale im Untergeschoss zusammen.
KG 450
Neu- und Bestandsgebäude werden mit einem RJ45 Datennetz ausgestattet, wobei eine zentrale Unterverteilung nahe der neuen ELT-Zentrale vorgesehen wird. Ziel ist es, die Erschließung der Gebäude mit gemeinsamen Trassen für Stark- und Schwachstromleitungen, sicherzustellen. Die neue Zentrale „Schwachstromtechnik“, kann durch den Nutzer als Serverstandort verwendet werden und wird auch als Zentrale für die Sprachalamierungsanlage und die AMOK-Alarmierungsanlage verwendet.