Max Dudler GmbH

Erläuterungsbericht

1. Städtebauliches Konzept

Der Entwurf entwickelt die Gemeinschaftsschule als verzahntes Lernquartier, welches sich selbstverständlich in das dichte städtische Umfeld der Pankstraße und Schönstedtstraße einfügt und gleichzeitig eine klare eigene Identität bildet. Der angrenzende Pankegrünzug wird aktiv auf das Schulgelände erweitert. Die Baukörper an Pankstraße und Schönstedtstraße fassen den Straßenraum klar, während sich das Ensemble nach innen großzügig öffnet: Der Grünraum fließt in den Schulhof hinein und bildet einen weichen Übergang zwischen Stadt und Natur. Die Schule wird so zum grünen Filter im Quartier — offen, einladend und vernetzend. Die Baukörper öffnen sich nach Nordwesten und erzeugen eine räumliche Aufweitung des Grünraums, die das Schulareal landschaftlich mit dem Pankeweg verbindet. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes, durchlässiges Freiraumgefüge, das sowohl ökologisch als auch sozial als wichtiger Impuls in den dicht bebauten Stadtraum wirkt.

Die Orientierung der Baukörper zur Schönstedtstraße/Brunnenplatz sowie die klare Ausbildung der Adressen stärken die Einbindung ins Quartier und reagieren auf die Maßstäblichkeiten des Amtsgerichts und der angrenzenden Wohnbebauung. Die Orientierung des Haupteingangs zum Brunnenplatz sorgt für Schutz der Schülerschaft vor stärkerem Verkehr und schafft eine attraktive Adresse zu dem großen Platzraum - der Brunnenplatz wird selbst zum Vorplatz.

Der Turnhallenbaukörper an der Ecke Pankstraße/Schönstedtstraße markiert die Straßen- und Platzkante und schützt gleichzeitig das Ensemble vor Straßenlärm und anderen Emissionen. Die kompakte Setzung bildet dadurch geschützte Innenhöfe mit differenzierten Qualitäten für Aufenthalt, Spiel und Rückzug; zugleich öffnen gezielte Durchblicke das Ensemble zum Stadtraum hin. Die freiräumliche Verzahnung erzeugt ein Schulquartier, das sowohl nach außen kommunikativ als auch nach innen übersichtlich und geborgen wirkt.

2. Architektonisches Konzept

Die Architektur folgt dem Leitbild eines vernetzten Lernquartiers mit klar gegliederten, robusten und gut orientierbaren Räumen. Lern-, Aufenthalts- und Bewegungszonen werden räumlich miteinander verschränkt, Sichtbezüge zwischen Compartmentforen, Teamzonen und Erschließungsflächen stärken Transparenz und Orientierung.

Die Schule ist in drei Compartmenthäuser (Uferhaus, Brunnenhaus, Oberstufenhaus) plus Turnhallenbau untergliedert, die mit einem großzügigen Erdgeschoss verbunden sind. Gleichzeitig wird die Schule durch die Ausbildung einzelner Häuser mit eigenen Aufgängen als übersichtliche, identitätsstiftende Lernwelt organisiert. Jedes Haus erhält eine eigene Adresse und räumliche Charakteristik, wodurch eine stärkere Identifikation der Schüler*innen mit ihrem Lernumfeld entsteht. Die differenzierten Erschließungskerne strukturieren das Gebäude klar, erleichtern die Orientierung und schaffen kleinere, gut fassbare Einheiten innerhalb des großen Gesamtvolumens. So entstehen vielfältige Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung, während das Ensemble als zusammenhängendes, aber differenziertes Lernquartier funktioniert.

Jedes der Compartmenthäuser erhält eine patioartige Fuge, die die Foren und die Erschliessungsbereiche belichtet und den Aussenraum ins Innere holt.

Die innenräumliche Organisation ist von Flexibilität geprägt: großzügige Foren, klar proportionierte Stammgruppen- und Teilungsräume sowie lichte Raumhöhen schaffen robuste, langfristig wandelbare Lernlandschaften. Die Architektur verbindet Offenheit und Struktur, unterstützt eine ruhige Atmosphäre und stärkt die Aufenthaltsqualität in allen Nutzungsbereichen. 

Grundlage für das Tragwerk bildet eine Hybridkonstruktion aus CO₂-reduziertem Beton und HolzBeton-Verbunddecken, deren Komponenten gezielt nach funktionalen, materialökologischen und baulogistischen Kriterien eingesetzt werden. Das Tragwerk bietet aufgrund seiner klaren Struktur äußerste Flexibilität für die spätere Nutzung. Die Konstruktion zielt auf einen minimalen Materialverbrauch in Verbindung mit einer effizienten und wirtschaftlichen Bauweise ab. Das Materialkonzept sieht daher einen sinnvollen, materialgerechten Einsatz des nachwachsenden Rohstoffs Holz vor. Hier sorgt die sichtbare Holzkonstruktion für ein angenehmes Raumklima und unterstützt die architektonische Atmosphäre. Auf hochverarbeitete Holzwerkstoffe wird bewusst verzichtet. Der Einsatz von Beton ist durch eine Begrenzung der Betongüte auf C30/37 ebenfalls nachhaltig ausgelegt: Dies erlaubt den Einsatz von Recyclingbeton und Zementen mit niedrigem CO₂-Fußabdruck (CEM IV). Ein Kellergeschoss ist nicht geplant, die Gründung erfolgt entsprechend direkt unterhalb des EG auf einer Stahlbeton-Bodenplatte. Für einen effizienten Betoneinsatz wird die Bodenplatte möglichst dünn ausgeführt und lediglich im Bereich größerer Lastkonzentrationen unter Aussteifungswänden und hochbelasteten Stützen aufgedickt. 

Die Fassadenstruktur ist klar und großzügig gegliedert und wird durch Re-Use-Elemente und vertikale Begrünungen charakterisiert, wodurch ein nachhaltiges und identitätsstiftendes Erscheinungsbild entsteht. Die Fassadengliederung als Reliefstruktur greift die Plastizität u.a. des Mahngerichts auf und setzt das Spiel von Licht und Schatten auf zeitgenössische Art fort. Die vertikalen Fassadenelemente werden aus zurückgebauten Stirnwandverkleidungen der Bestandsgebäude der „Mobilen Unterrichtsräume“ MUR gewonnen und bedürfen nur einer geringen Aufarbeitung. Die wunderbare Materialwirkung und Plastizität dieses wiederverwendeten Baustoffs gliedert sich harmonisch in die neuen Fassaden ein und greift den mineralischen Charakter der Umgebungsbebauung auf. Die Horizontalen Bänder der Fassade sind als Pflanztröge konzipiert, die einerseits durch ihre Tiefe Schatten spenden und andererseits die Fassadenbegrünung einfach zugänglich und erfahrbar machen. Die flächigen Elemente der Fassade und auch der Turnhalle werden mit einer Holzschalung verkleidet, um dem mineralischen Charakter ein warmes Gegenüber zu geben und das Fassadenbild zu ergänzen. 

3. Funktionalität

Die Funktionsbereiche sind logisch gebündelt und folgen den schulfachlichen Vorgaben der Compartmentschule. Die Compartmentorganisation ist in den Obergeschossen klar ablesbar:
Foren, Stammgruppenräume, Teilungsräume, Teamkommunikation, Ruheräume und Sanitärkerne sind konsequent in kurzen Wegen zusammengeführt. 

Vom Haupteingang sind alle drei Häuser einfach und schnell erreichbar. Die Mensa mit Mehrzweckraum bildet das zentrale Erdgeschoss-Cluster als Herz des Hauses und erlaubt über mobile Trennwände eine Nutzung als integrierte Versammlungsstätte. 

Das Uferhaus: Der am meisten geschützte Teil der Schule beherbergt das Förderzentrum Autismus sowie die Hälfte der Primarstufencompartments. Die Auftragsschule Autismus ist im Erdgeschoss und 1. OG situiert und damit bewusst in ruhigen, gut auffindbaren Gebäudebereichen verortet. Die gemäß Auslobung geforderten drei Raumgruppen (Unterricht–Gruppenraum–Einzelförderung) sind jeweils miteinander verbunden und über Begegnungsflächen klar strukturiert. Die Gestaltung ermöglicht reizärmere Zonen, kontrollierte Rückzugsmöglichkeiten und einfache Orientierung.  

Das Brunnenhaus: Als mittiger Baukörper beherbergt er die Eingänge, die Bibliothek und Inklusionsnutzung sowie die andere Hälfte der Primarstufencompartments. Die Bibliothek beginnt schon im Erdgeschoss und zieht sich hinauf ins 1.OG wo sie direkt mit dem Dachgarten verbunden ist. 

Das Oberstufenhaus: Das Haus für die Sekundarstufe 1 und 2 sowie Fachraumbereiche. Die Fachraumbereiche – Musik, Kunst, NaWi, WAT, Lernwerkstätten – sind funktional sinnvoll angeordnet und mit direktem Bezug zu den jeweiligen Sammlungs- und Nebenräumen geplant. Hier ist auch die Verwaltung untergebracht, sodass sie einfach auffindbar und gut vernetzt ist.

Die Sporthallen sind erdgeschossig angebunden und verfügen über eigene Erschließungen für schulische und außerschulische Nutzung. 

4. Freiraumkonzept, Regenwassermanagement und Biotopflächenfaktor

Durch die Ausrichtung der Schulgebäude zur Pankstraße und Schönstedt Straße entsteht ein großer zusammenhängender und geschützter Hofraum mit einer offenen Anbindung zur Panke an der Nordwestflanke. Die Öffnung zu diesem wertvollen innerstädtischen Grünzug führt zu einer visuellen Erweiterung des Freiraums und schafft eine attraktive Adresse im Stadtraum.

Der Haupteingang der Schule steckt über das Foyer durch zum Hofraum, und schafft über die Öffnung der Mensa und die Anbindung der Dachterrasse im 1. OG eine lebendige Wechselbeziehung. 

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad gelangt man über den Pankeboulevard und die Wiesenstraße direkt zu den südlich angebotenen Stellplätzen und in den zentralen Freiraum. Die Besucher des ALBA und Nutzer des Multifunktionsfeldes außerhalb der Schulzeiten können Fahrradstellplätze an der Pankstraße nutzen. Von hier erfolgt auch die Erschließung für Anlieferung, Feuerwehr und Behindertentransporte mit Ausfahrt in die Wiesenstraße. 

Der Hofraum wird durch verschiedene Oberflächen in 3 Hauptbereiche gegliedert: Die zentrale Erschließungsachse mit einer Fahrgasse aus schwerlasttauglichem Sickerfugenpflaster, die integrierten Spiel- und Bewegungsbereiche aus farbigen Sportbelägen, sowie die Mensaterrasse mit Bauminseln. Zur Pankstraße hin werden die eingangsnahen Stellplätze, die Anlieferung, der Wirtschaftshof und das Multifunktionsfeld angeboten. Und zum Panke-Grünzug orientieren sich die inselhaft angelegten Freiräume der Primar- und Sekundar-I-Stufe mit einem breiten Spiel- und Sportangebot, gefasst von begrünten Hügelstrukturen und beschattet von Baumgruppen. Befestigte, teils durchgrünte Wegeverbindungen gliedern die Bereiche und gewährleisten einen barrierefreien Zugang.

Die Sport- und Bewegungsangebote sind altersgerecht verteilt und erlauben im Übergang zum Förderzentrum eine übergreifende Nutzung mit gleichzeitig geschützten Rückzugsräumen für autismusbetroffene Schüler. Ein besonderes Naturerlebnis für die jungen Schüler bietet der “Panke-Trail“ mit Anknüpfung an Themen der geplanten Renaturierung des Fließgewässers. Ein Quelltopf, ein Wasserspielplatz, ein Bachbett mit Kies, Inseln, Sandbänken, Treibgut und temporärer Wassermulde bieten einen didaktischen und spielerischen Raum im Erleben von Natur und wirken identitätsstiftend.

Die Bestandsbäume werden weitgehend erhalten und mit standortgerechten Klimabäumen zu lockeren Hainen verbunden, ohne die Sichtbeziehung zur Panke-Promenade zu nehmen. Die Durchlässigkeit in beide Richtungen ist wesentlich für das Bewusstsein für den Ort.

Das Angebot für die Sekundarstufe II ist auf zwei Ebenen angelegt: Tisch- und Fußballtennis angrenzend an die Mensaterrasse, und über eine Wendeltreppe angebunden ein Chill- und Chatbereich in der Loggia im 1. OG.

Zwischen den Schulgebäuden und der Sporthalle ist hier auch der Schulgarten verortet, gegliedert in 2 Bereiche mit eigenen Schuppen, Hoch- und Hügelbeeten. Im Osten ist der Kunst und Bibliotheksraum über eine Dachterrasse mit dem Förderzentrum verbunden. Fassadengrün, Grünbeete, schattierte Sitzinseln und begrünte Tiefhöfe schaffen atmosphärische Rückzugsräume.

Ein ausgewogenes Verhältnis von Sicker- und Grünfugenbelägen, wassergebundenen und wasserdurchlässigen Oberflächen und extensiv nutzbaren Grünflächen gewährleisten die Nachhaltigkeit der Gesamtanlage. Das Regenwassermanagement erfolgt extensiv, das Sickerwasser wird den Vegetationsflächen zugeführt. Die großen Spielbereiche werden neben den Wegen leicht ausgemuldet, um kurzfristig Retentionsräume zu schaffen. Der künstliche „Bachlauf“ kann Starkregen aufnehmen. Die Dachflächen sind als Retentionsdächer angelegt, mit der Möglichkeit, rückgehaltenes Regenwasser für die Fassadenbewässerung zu nutzen. Die wesentlichen Aufenthaltsbereiche sind mit klimaresilienten Baum- und Strauchpflanzungen überstellt.

5. Haustechnik- und Lüftungskonzept 

Die Schule ist in ihrer architektonischen Gestaltung so konzipiert, dass sie eine hohe Leistung aus den bauphysikalischen Randbedingungen heraus mitbringt. Alle Räume mit Anforderungen eine hohe Aufenthaltsqualität sind an die Fassaden angeschlossen und bieten so die Möglichkeit der natürlichen Belichtung und Belüftung. Ein sehr guter wärmetechnischer Standard der Hüllkonstruktion minimiert die Heizlasten, die Fassadenbegrünung in Verbindung mit Nachtlüftungsmöglichkeiten erfüllt die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz. Zum Ausgleich der minimalen Heizlasten an kalten Wintertagen ist eine Fußbodenheizung vorgesehen, die über den Anschluss an die Fernwärme versorgt wird.

Diese Grundkonzeption ermöglicht einen robusten und wartungsarmen Betrieb des Gebäudes. Durch eigenverantwortliches Verhalten der Nutzenden kann mit dieser Konzeption ein effizienter Gebäudebetrieb mit sehr guten raumklimatischen Verhältnissen sichergestellt werden.

Das Haustechnikkonzept basiert auf Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Robustheit. Die Pläne zeigen ein hybrides Lüftungssystem mit hohem Anteil an natürlicher Lüftung. Energieeffiziente Beleuchtung (direkt/indirekt, gesteuert nach Tageslicht) und die Nutzung der thermischen Masse unterstützen ein stabiles Raumklima. Begrünte Fassaden und Dächer verbessern das Mikroklima zusätzlich.

Nebenräume, die keinen Fassadenanschluss haben, werden mechanisch be- und entlüftet, die Zuluft für diese Bereiche wird in die angrenzenden gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsbereiche eingebracht und als Sekundärluft in den Nebenbereichen abgesaugt, so dass die qualitativ wertvolle Luft den Aufenthaltsbereichen zugeführt wird und in abgeminderter Qualität der Abfuhr von Gerüchen und Feuchte zur Verfügung steht.

Ergänzend kann vorgeschlagen werden eine mechanische Grundlüftung einzubringen, als Kanalnetz an der Decke mit ca. 20 m³/Pers.h. Dies basiert auf den Anforderungen BNB zu Luftqualitäten und zulässigen Öffnungsintervallen der Fassaden. Die aktuelle Belegungsdichte wird die angestrebten 1000 ppm im Stundenmittel einhalten. Dieser Aspekt wird vor dem Hintergrund hoher Investitions- und Wartungskosten kritisch diskutiert. Da die Schule grundsätzlich ohne die technischen Maßnahmen in der Lüftungstechnik sehr gute Aufenthaltsqualitäten bieten kann, sollte der Aspekt in der Planung als Gesamtbewertung im Kontext der LCA und LCC evaluiert und diskutiert werden. 

Die Energieversorgung wird über eine PV-Anlage mit ca. 800 kWp auf dem Dach sowie die Anbindung an die Fernwärme mit Primärfaktor 0,48 angebunden. Es wird vorgeschlagen das Flächenheizsystem auf eine ganzjährige Nutzung vorzurüsten. Damit kann bei steigenden Anzahl an Hitzetagen zukünftig der Überhitzung durch Temperierung mittels Solarstrom entgegengewirkt und die Resilienz erhöht werden.

Die Erschließung der technischen Zonen erfolgt kompakt – Technikräume und Schächte sind so organisiert, dass die spätere Wartung und Anpassung sicher und effizient möglich ist. Die gewählte Systematik erfüllt die Anforderungen an Raumluftqualität (CO₂ ≤ 1.000 ppm) und die Anforderungen an lärmsensitive Bereiche, insbesondere in der Auftragsschule Autismus.

6. Brandschutz- und Rettungskonzept

Die Brandschutzschemata nach EG–5. OG weisen eine klare Clusterbildung, definierte Brandabschnitte und zwei unabhängige Rettungswege pro Cluster nach. Die Wegeführungen sind übersichtlich, die maximal zulässigen Rettungsweglängen eingehalten. Die Versammlungsstätte ist über die Mensa/Mehrzweckräume organisiert und verfügt über klar getrennte Rettungswege.

Auch die Sporthallen sind brandschutztechnisch separat erschlossen; Zuschauerbereiche sind entfluchtet. Die durchgehende Einhaltung der schultypischen Anforderungen – keine gefangenen Räume, klare Sichtachsen, barrierefreie Rettungswege – ist gewährleistet. Die Pläne zeigen eine konsequent nachvollziehbare Struktur aller Brandschutzabschnitte bis ins 5. Obergeschoss.

Orientierend kann der Entwurf der neuen /MSchulbauR/ herangezogen werden, die größere Nutzungseinheiten/Cluster regelhaft zulassen wird. Insgesamt sind bis zu sechs oberirdische Geschosse geplant. Die Schule soll als Gemeinschaftsschule (Klasse 1 bis 13) betrieben werden.

Das Gebäude ist über das öffentliche Straßenland für die Feuerwehr zugänglich, wo auch Bewegungsflächen zur Verfügung stehen. Außerdem ist eine Zufahrt und eine Bewegungsfläche auf dem Hof vorgesehen. Alle Rettungswege werden baulich sichergestellt. Es stehen für Aufenthaltsräume immer zwei bauliche Rettungswege zur Verfügung. Im Erdgeschoss erfolgt dies entweder über die Ausgänge direkt oder über die Treppenräume ins Freie. In den Obergeschossen besteht pro Cluster Zugang zu mind. einem notwendigen Treppenraum sowie Zugang über das benachbarte Cluster und den dortigen Treppenraum.

Im Erdgeschoss können alle notwendigen Treppenräume ebenerdig direkt ins Freie verlassen werden, im weiteren Verlauf kann dann über das Schulgelände das öffentliche Straßenland erreicht werden. Einige der Treppenräume enden im 1. Obergeschoss, der weitere Verlauf des Rettungsweges erfolgt über den Dachgarten zu einer Außentreppe ins Erdgeschoss. Tragende Bauteile des Gebäudes müssen feuerbeständig ausgebildet werden. Außenwände müssen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Außenwandbekleidungen des Gebäudes sind aus Holz unter Anwendung der /MHolzBauRL/ geplant. Aufgrund der Ausdehnung des Gebäudes von mehr als 60 m sind innere Brandwände geplant. Die Ausdehnung beträgt auch mehr als 60 m in eine Richtung. Da die Ausdehnung in die andere Richtung weniger als 60 m beträgt bzw. die Bruttogrundfläche eines Brandschutzabschnittes weniger als 3600 m² beträgt, kann eine Abweichung bzgl. der zulässigen Brandabschnittslänge im weiteren Planungsverlauf diskutiert werden. Die Decken im Gebäude müssen raumabschließend feuerbeständig sein. Es sind Holz-BetonVerbunddecken (HBV) mit Unterzügen aus Holz geplant. Die HBV-Decken werden brandschutztechnisch wirksam von unten bekleidet. Holzsichtige Unterzüge können unter Beantragung von Abweichungen von der /MHolzBauRL/ und entsprechenden Kompensationsmaßnahmen (z.B. Brandmeldeanlage) in Aussicht gestellt werden. 

Für das gesamte Gebäude wird eine Alarmierungsanlage geplant, durch die im Gefahrenfall die Räumung der Schule eingeleitet werden kann (Hausalarmierung). Da Clustergrößen von mehr als 400 m² geplant sind (ca. 800 m²) du aufgrund der zu beantragenden Abweichungen, ist zusätzlich eine Brandmeldeanlage mit automatischen und nicht automatischen Meldern zu planen (Entwurf der neuen /MSchulbauR).  

7. Rationalisierung von Planung und Bauprozess 

Die kompakte Baukörperorganisation, die klare konstruktive Struktur (regelmäßige Raster, wiederkehrende Grundrissmodule) und die deutliche Zonierung von Technik-, Lern- und Gemeinschaftsbereichen ermöglichen eine effiziente und wirtschaftliche Realisierung. Die Wiederholung identischer Compartmentmodule über mehrere Ebenen erleichtert Vorfertigung, modulare Bauweisen und beschleunigt Ausbauprozesse.

Das Tragwerk ist daher einer modularen Elementbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad konzipiert. Großformatige, werkseitig hergestellte Bauteile reduzieren die Bauzeit vor Ort erheblich und minimieren Emissionen, Lärm und Verkehrsbelastungen im innerstädtischen Umfeld. Die Bauabläufe lassen sich dadurch effizienter und kontrollierter gestalten. Auch aus ökologischer Sicht bringt die Vorfertigung Vorteile: Verschnitt kann reduziert, Restmaterial systematisch gesammelt und wiederverwertet werden. Gleichzeitig führen optimale Werkstattbedingungen zu einer höheren Ausführungsqualität und einer verbesserten Kontrolle der Herstellungsprozesse.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Rezyklierbarkeit: Durch die konsequente Verwendung vorwiegend reversibler Bauteilverbindungen lassen sich die eingesetzten Materialien nach dem (hoffentlich sehr langen) Lebenszyklus des Gebäudes sortenrein trennen und einem hochwertigen Recycling zuführen. Damit wird das Tragwerk nicht nur im Betrieb, sondern auch im Rückbau zum Bestandteil eines zirkulären Bauverständnisses.

In der statischen Anlage wurde zudem auf eine funktionale Zuordnung der Nutzungen geachtet:

Tragwerksraster und Nutzungseinheiten sind exakt aufeinander abgestimmt. Auf tragwerksbedingte Rasterwechsel wird verzichtet, was sowohl wirtschaftlich als auch ressourcenschonend wirkt.

Das Re-Use-Konzept für Fassadenelemente reduziert Materialeinsatz und Transportwege und erhöht die ökologische und wirtschaftliche Effizienz. Die klare Anordnung der Technikräume und Schächte ermöglicht eine phasenweise und risikoreduzierte Bau- und Inbetriebnahmestrategie.