An der Sewanstraße 256 A-C in Berlin-Lichtenberg errichtet die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH ein neues Wohnhaus mit 116 Mietwohnungen. Das Gebäude entsteht in Holzhybridbauweise, kommt ohne fossile Energieträger zur Energieerzeugung aus und schafft mit einem Anteil von 65 Prozent mietpreisgebundener Wohnungen sozialen Wohnraum.
In Anwesenheit von Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Martin Schaefer, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, sowie Camilla Schuler, stellv. Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin, für die Geschäftsbereiche Stadtentwicklung, Bauen, Facility Management und Jugend und Familie, wurde heute der Richtkranz gehisst.
Die Fertigstellung erfolgt nach jetzigem Planungsstand im Frühjahr 2026. Errichtet wird das Projekt durch die JOHANN BUNTE, Bauunternehmung SE & Co. KG sowie die CKRS - Architektengesellschaft mbH.
Mit diesem Projekt errichtet die kommunale HOWOGE bereits den dritten Wohnungsneubau in der Sewanstraße: Weitere 99 Wohnungen entstehen bis Ende des Jahres in der Sewanstraße 38/40. Bei dem Projekt handelt es sich um den Zwilling, des bereits im Jahr 2019 fertiggestellten Neubaus in der Sewanstraße 20/22, das mit dem Bundespreis „Umwelt und Bauen 2021“ ausgezeichnet wurde.
Vielfältige Bewohnerstruktur
Von den insgesamt 116 neuen Wohnungen in der Sewanstraße 256 A-C sind 76 öffentlich gefördert. Alle Wohnungen werden nach den Vorgaben der Kooperationsvereinbarung, die die Landeseigenen Gesellschaften mit dem Land Berlin geschlossen haben, vermietet.
Die Ein- bis Fünfzimmerwohnungen sind in den Geschossen gleichmäßig verteilt, um eine Durchmischung der Bewohnerstruktur im Haus zu fördern. Alle Wohnungen sind mit einer Fußbodenheizung sowie energieeffizienter Haustechnik ausgestattet und verfügen über einen Balkon, Loggia oder Terrasse.
Sämtliche Wohneinheiten sind schwellenfrei zugänglich, 63 Wohnungen sind zusätzlich barrierefrei gestaltet, einschließlich schwellenfreier Balkonzugänge und ebenerdiger Duschbäder. Insgesamt entstehen gut 600 Quadratmeter Spielflächen und damit rund 120 Quadratmeter mehr als gefordert.
Der Vermietungsstart erfolgt voraussichtlich im November 2025. Interessentinnen und Interessenten haben die Möglichkeit, sich auf der HOWOGE-Webseite zu registrieren, um über den konkreten Vermietungsbeginn informiert zu werden.
Fossilfreie Energieversorgung
Die Energieversorgung erfolgt im Nur-Strom-Konzept. Das heißt, dass diese ausschließlich über Strom stattfindet und keine fossilen Energieträger, wie zum Beispiel Gas, zum Einsatz kommen.
Der Strom wird zum Großteil durch Photovoltaikanlagen auf den extensiv begrünten Gebäudedächern produziert und kann als HOWOGE Grünstrom direkt von den Mietenden erworben werden. Die für den Betrieb des Gebäudes darüber hinaus benötigte Energie wird als Grünstrom aus dem Netz bezogen.
Die Wärmeversorgung erfolgt über Luft-Wasser-Wärmepumpen auf dem Dach. Warmwasser wird über dezentrale Elektro-Durchlauferhitzer erzeugt. Alle Wohnungen sind mit moderner, energiesparender Haustechnik ausgestattet.
Diese Maßnahmen tragen zur Senkung des CO2-Ausstoßes bei und gewährleisten eine hohe Energieeffizienz. Das Gebäude entspricht den Anforderungen eines Effizienzhauses Plus und trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei.
Ökologische Außenanlagen und Regenwassermanagement
Das Pflanzkonzept für die Außenanlagen fördert die Biodiversität und sorgt für einen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Es wurden heimische und klimawandelangepasste Pflanzenarten ausgewählt, die den Lebensraum für Insekten und Vögel verbessern. Die Gestaltung umfasst Bäume, Sträucher und Blumen, die über das Jahr hinweg eine abwechslungsreiche Blüte und Lebensräume für Tiere bieten.
Das Gebäude verfügt zudem über ein Retentionsdach, das den Regenwasserabfluss verlangsamt und dieses in den Boden zurückführt. Dies trägt zur Entlastung der städtischen Kanalisation bei und ermöglicht eine nachhaltige Nutzung von Regenwasser. Insgesamt wird damit der ökologische Fußabdruck des Neubaus weiter reduziert.
Darüber hinaus wurde die Neubaufläche auf einem ehemals versiegelten Parkplatz realisiert, wodurch bestehende Flächen für die Natur zurückgewonnen und gleichzeitig urbane Grünflächen geschaffen werden.
Für die umweltfreundliche Mobilität stehen 237 Stellplätze für Fahrräder zur Verfügung, darunter auch zwölf Stellplätze für Lastenräder. Eine Fahrradgarage im Untergeschoss sorgt dafür, dass die Bewohner ihre Fahrräder sicher und bequem abstellen können.
Zitate
Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Von den insgesamt 116 Wohnungen in diesem Teilprojekt in der Sewanstraße werden 76 Wohnungen mietpreisgebunden sein. Einmal mehr leistet die HOWOGE einen wichtigen Beitrag, um bestehende Quartiere behutsam weiter zu entwickeln und neue Wohnungen zu schaffen. Die Gebäude in Holzhybridbauweise ergänzen vorbildlich die bestehende Bebauung aus den 1960er Jahren. Sie zeigen, wie gut öffentlich geförderter Wohnungsbau und Klimaschutz im Sinne der Mieterinnen und Mieter zusammenpassen.“
Martin Schaefer (CDU), Bezirksbürgermeister von Lichtenberg: Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „Wir erleben hier modernes Bauen mit klimafreundlichen Technologien und Sinn für ökologisch wertvolle Außenanlagen. Diese Wohnanlage mit 116 neuen Wohnungen auf bereits versiegelten Flächen ist ein wichtiger Beitrag für den Wohnungsmarkt in Lichtenberg. Ich danke allen Beteiligten, wünsche ein frohes Richtfest und vor allem unfallfreies Gelingen für den restlichen Bau.“
Camilla Schuler (Die Linke), Stellv. Bezirksbürgermeisterin, Bezirksstadträtin von Lichtenberg, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Bauen, Facility Management und Jugend und Familie: „Die HOWOGE setzt mit ihrem Engagement für bezahlbaren Wohnraum und einer nachhaltigen Bauweise ein inspirierendes Zeichen in unserer Gesellschaft. Die Schaffung von 116 modernen Mietwohnungen in umweltfreundlicher Holzhybridbauweise ist ein Schritt in die richtige Richtung, der nicht nur den ökologischen Fußabdruck der Bewohner:innen verringert, sondern auch den Wohnkomfort erheblich steigert. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass 65 Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden sind, was eine lebendige und vielfältige Gemeinschaft fördert. Diese energieeffizienten und barrierefreien Wohnungen ermöglichen es jedem, ein Zuhause zu finden, unabhängig von den individuellen Bedürfnissen. Die umweltfreundliche Energieversorgung zeigt, dass wir alle Verantwortung übernehmen können. Darüber hinaus wird die Biodiversität in den Außenanlagen gefördert, was nicht nur die Lebensqualität erhöht, sondern auch die Natur in unser tägliches Leben zurückbringt. Insgesamt ist dies ein wunderbares Beispiel dafür, wie wir gemeinsam eine nachhaltige und inklusive Zukunft gestalten können!“
Ulrich Schiller, Geschäftsführer HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH: „Wir bauen hier 116 Mietwohnungen, 76 davon gefördert – und das auf einem ehemaligen Parkplatz, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Darüber hinaus wird hier so viel Energie wie möglich am Gebäude selbst erzeugt. Das ermöglicht eine Energieversorgung frei von fossilen Brennstoffen und senkt damit den CO₂-Ausstoß. Insgesamt entstehen derzeit sieben Neubauvorhaben der HOWOGE im Nur-Strom-Prinzip mit mehr als 900 Wohnungen. So verbinden wir bezahlbaren Wohnraum mit konsequentem Klimaschutz.“
Axel Rymarcewicz, Niederlassungsleiter Johann Bunte Bauunternehmung SE & Co. KG: „Wir freuen uns, dass wir beim zweiten Projekt mit der Howoge, durch lösungsorientierte Zusammenarbeit bei Planungs- und Ausführungs-herausforderungen, zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit gekommen sind.“
Daniel Rozynski, Geschäftsführer CKRS Architektengesellschaft mbH CKRS Architektengesellschaft mbH: „Auf dem Weg zur Bauwende ist dieses Haus ein richtiger Baustein. Es ist von immenser Wichtigkeit, dass Bauherren, Politik und Planende intensiv an einem Strang ziehen, um die Ziele der Bauwende im Hinblick auf eine klimaneutrale und zufkunftsfähige Stadt, die sich gleichermaßen durch gute Gestaltung auszeichnet, auf ganzer Linie erreichen."