Meyer-Grohbrügge Planer GmbH

Erläuterungsbericht

Städtebauliches Konzept

Der Entwurf stärkt die städtebauliche Fassung des Brunnenplatzes, indem die offene Ecke gezielt geschlossen und als prägnanter Auftakt des Grundstücks ausgebildet wird. Das Bauvolumen setzt sich klar ab, besetzt die Ecke selbstbewusst und schafft zur Stadt hin eine eindeutige Adresse. Die Baumasse wird kompakt organisiert und entlang der Schönstedtstraße und der Pankstraße geführt. Die Höhenentwicklung mit drei Vollgeschossen plus Staffelgeschoss bildet eine präzise Raumkante im Stadtraum und wahrt zugleich einen respektvollen Umgang mit dem ehemaligen Ledigenheim ohne dem Schulbau eine übermäßige Geschossigkeit zuzumuten. Durch die Konzentration des Volumens entsteht ein großer, zusammenhängender Freiraum entlang des attraktiven Panke-Ufers. Die kompakte Setzung reduziert die versiegelten Flächen auf ein Minimum und stärkt die Qualität des Außenraums. Zugleich bleibt das Grundstück allseitig durchlässig: Es entstehen klare Blick- und Wegeverbindungen zwischen Pankstraße und Panke sowie zwischen Schönstedtstraße und Wiesenstraße.

Die Erschließung folgt dieser Logik mit klaren Adressen und differenzierten Zugängen. Der Hauptzugang erfolgt von der Schönstedtstraße und bildet mit der Sporthalle einen grosszügigen Ankommensbereich für den Schulbetrieb. Zwei gleichwertige Haupteingänge in räumlich gefassten Hofsituationen empfangen die Schülerinnen und Schüler am Morgen. Ein separater Nebeneingang ermöglicht die außerschulische Nutzung der Sporthalle und des Kleinspielfelds vom Panke-Ufer aus. Zusätzlich wird ein direkter Nebenzugang zur Auftragsschule für Autismus von der Pankstraße vorgesehen.

Architektonisches Konzept

Schule ist Kommunikation, Miteinander und Gemeinschaft. Der Entwurf übersetzt dies in eine räumliche Struktur, die Begegnung fördert, Orientierung schafft und Zugehörigkeit stiftet. Ziel ist ein Gebäude, in dem sich alle Nutzer*innen über Jahrgangsstufen, Bereiche und Gruppen hinweg als Teil eines gemeinsamen Ganzen erleben.

Transparenz, Vernetzung und Gemeinschaft
Das architektonische Konzept setzt auf größtmögliche Transparenz und vielfältige Verbindungen: innerhalb der einzelnen Compartments ebenso wie zwischen den Compartments und Jahrgangsstufen. Es entstehen Orte des Zusammenkommens im Kleinen sowie Räume für die gesamte Schulgemeinschaft. Wegeverbindungen und Sichtbezüge über Höfe und Blickachsen stärken die soziale Wahrnehmung und machen Lemen als gemeinschaftlichen Prozess erfahrbar. Der Entwurf bildet ein zusammenhängendes Gebäude mit netzartiger Organisation. Alle Foren sind untereinander verbunden, sowohl physisch als auch visuell. Die innere Erschließung erlaubt es, die Schule auf jedem Geschoss als zusammenhängendes System zu durchlaufen. Diese robuste Grundstruktur ist darauf ausgelegt, zukünftige pädagogische oder organisatorische Änderungen aufzunehmen, ohne ihre Klarheit zu verlieren.

Erschließung und Orientierung
Zwei Hauptzugänge vom Freibereich aus schaffen klare Ankunftssituationen. Im Inneren sorgt ein umlaufender Ring auf jedem Geschoss für eine eindeutige, übersichtliche Erschließung. Fünf Treppenhäuser sind entlang dieses Rings angeordnet und verbinden alle Ebenen effizient. So entstehen kurze Wege, gute Orientierung und eine hohe interne Flexibilität.

Organisation der Bereiche
Die Compartments sind jeweils zusammenhängend über zwei Geschosse organisiert. Der Sekundarbereich orientiert sich zur Pankstraße, der Primarbereich zur Panke. Damit werden klare Adressen und nachvollziehbare Zonen gebildet, die gleichzeitig durch eine gemeinsame Mitte und kurze Wege miteinander verknüpft bleiben. Verwaltung und Fachräume sind im Staffelgeschoss gebündelt. Die Auftragsschule für Autismus befindet sich im Erdgeschoss und erhält einen eigenen Freibereich. Werkstätten sowie ausgewählte schulöffentliche Funktionen sind ebenfalls im Erdgeschoss angeordnet. Der Multifunktionsbereich liegt als Herz der Schule zentral im Gebäude: ein großzügiger, von oben belichteter Raum, der alle Bereiche miteinander verbindet, und sich im Veranstaltungsfall abtrennen und mit der Mensa zusammenschalten lässt.

Materialität und Ausdruck
Die Hybridstruktur erhält außen eine Aluminiumfassade, die auf die robuste Umgebung reagiert und durch ihre Reflexionen die Grünräume aufnimmt. Eine vorgesetzte Stahlstruktur an den beiden Längsseiten fasst das durch Hofeinschnitte aufgebrochene Volumen wieder als Ganzes, und markiert prägnant die beiden Hauptzugänge vom Freiraum. Die Anbringung eines feinen Netzes erlaubt vertikale Begrünung an den Hofsituationen. Großmasstäblich dimensionierte Photovoltaikpanele auf dem Dach des Staffelgeschosses geben dem Gebäude einen eigenständigen Ausdruck und stehen für einen zukunftsgewandten Umgang mit erneuerbaren Energiequellen. Im Inneren prägen organische Materialien wie Holz und Kork die Atmosphäre als bewusstes Gegenüber zur äußeren Robustheit und als identitätsstiftendes Material für den Schulalltag. Farbige Akzente einzelner baulicher Elemente und Möbel stiften Identität und verbreiten Freude am Lernalltag. Großzügige Verglasungen zu Teilungsräumen und Teamzimmern stärken visuelle Sichtbezüge und bringen Tageslicht ins Gebäudeinnere. Oberlichtbänder zu den Klassenzimmern unterstützen diesen Effekt und erlauben eine natürliche Querlüftung durch das Forum. Ein ungestörter Unterricht ist dennoch möglich, da der untere Wandanteil geschlossen bleibt.

Freiraumkonzept

Das Areal der neuen Gemeinschaftsschule Pankstraße (heutige Albert-Gutzmann-Schule), das aus mehreren Bauten und Provisorien besteht, die den heutigen Lernanforderungen nicht standhalten, wird von der zentralen Stadtlage und der engen Verflechtung mit den Freiräumen entlang der Planke charakterisiert. Die Neugestaltung des Freiraums der Schulanlage orientiert sich an den Gegebenheiten des Ortes und bindet den besonderen Charakter und den freiräumlich strategischen Wert der Anlage in das Konzept mit ein. Durch die gezielte Positionierung des Neubaukörpers entsteht in Zusammenspiel mit den Bestandsanlagen und den anschließenden Freiräumen ein stimmiges Ensemble. Dabei wird der Freiraum größtmöglich dimensioniert. Er verknüpft und umschließt die Gebäude gleichermaßen. Eine neue Achse, die auf die Charakteristik des alten Durchganges zurückgreift, schafft eine großzügige Verbindung von der Schönstedtstraße bis zur Aula und der Sporthalle und bildet die Hauptadresse der Schulanlage. So entsteht im Zentrum des Areals ein gemeinsamer Pausenraum, der gleichzeitig als Verbindung in alle Richtungen fungiert. Der Platz, der sich an der östlichen Ecke des Areals, zwischen Panke und Sporthalle befindet, öffnet sich als urbaner Quartiersplatz und schafft eine neue Offenheit und einen neuen Ort des Zusammentreffens.

Befestige Flächen bilden das Grundgerüst des Wegenetzes und verknüpfen alle Bereiche miteinander. Der Hauptteil der Flächen wird dennoch durch entsiegelte, grüne und wasserdurchlässige Belege gebildet. Die kreisförmigen Öffnungen' im Hartbelag werden mit Farbmarkierungen ergänzt und verleihen der Anlage einen eigenen unverwechselbaren Charakter. Der Baumbestand wird, wo es möglich ist, erhalten und mit zahlreichen Neupflanzungen von heimischen Baumarten und Sträuchern ergänzt. Die hochstämmigen, zum Teil mehrstämmigen Bäume, bilden eine lichte Atmosphäre und erzeugen einen angenehmen Kontrast zu den strengen voluminösen Gebäudekörpern. Mit ihrem Laub filter sie das Sonnenlicht und sorgen auch an heißen Tagen für ein angenehmes Klima. Es werden unterschiedliche Baumarten, wie u.a. Quercus cerris, Tilia cordata, Acer x freemanii 'Autumn blaze', Prunus avium, Parrotia persica, Corylus colurna gepflanzt. Neben großkronigen Arten ergänzen kleinere, mehrstämmige Bäume (Felsenbirne und Mirabelle) das Erscheinungsbild und gliedern den Freiraum. Um die Biodiversität zu erhöhen werden die extensiv begrünten Dächer als Biodiversitätsdächer mit Sand- und Kiesbereichen sowie Totholzstrukturen ausgebildet. Durch die größtmögliche Entsiegelung des Schulhofes und die Gründächer kann der Biotopflächenfaktor von 0,4 eingehalten werden.

Die Freiflächen der Gemeinschaftsschule, sowie die Sportflächen werden durch eine umlaufende, wildwachsende Hecke mit integriertem Zaun eingefasst. Die Hecke fungiert nicht nur als Trennung, sondern bildet einzelne Teilräume und Spielnischen. Zur Pankstraße hin wird die Hecke als ein artenreicher Saum ausgebildet und schützt die nach Süden ausgerichteten Höfe vor Lärm und schafft Sichtschutz. Als Gegenüber zu der offenen, multifunktionalen Pausenfläche bildet der direkt an dem Neubau anschließende Freiraum im Süden einen introvertierten Bereich, der der Auftragsschule für Autismus zugeordnet ist. Der leicht modellierte Bereich ermöglicht neben Spielen auch Entspannen auf der Wiesenfläche im Schatten der Bäume. Neben den großzügigen Pausenflächen der Schule bieten der Naturspielplatz und der Schulgarten zusätzlich ein Lehr- und Erholungsangebot. Alle Bereiche des Außenraumes sind gut einsehbar und überschaubar für die Betreuungspersonen.

Die Sportflächen werden im Südosten des Areals nachgewiesen. Eine Laufbahn, die direkt die Weitsprunganlage verlängert, wird ringartig um die Spielanlage geformt und fungiert als spielerischer Rundlauf. Das Kleinspielfeld bildet zusammen mit der Sporthalle einen Bereich, der auch außerhalb der Schulzeit genutzt werden kann und sich entlang der öffentlichen Verbindung entlang der Panke aufspannt. Die geforderten, oberirdischen Parkplätze sind südlich des Neubaus untergebracht und werden in Einbahnsystem von der Wiesenstraße erschlossen. Die Parkplatzfläche wird mit wasserdurchlässigen Rassengittersteinen belegt und punktuell von Bäumen unterbrochen. Die Fahrradständer werden dezentral auf dem Areal untergebracht. Die zentrale Pausenfläche und die Wege sind aus grobkörnigem Asphalt, der im Bereich der Bauminseln in eine lockere, mit Wildstauden bewachsene Kiesfläche und in den Spielbereichen in Fallschutzkies übergeht.

Das anfallende Regenwasser wird direkt auf dem Grundstück zurückgehalten und versickert. Die Gebäudedächer werden größtenteils mit einer extensiven Dachbegrünung (15cm Substrat) versehen und als Retentionsdach ausgebildet. Über einen Drosselablauf gelangt das Regenwasser in Rigolen, wo es verzögert versickern kann. Zwei Zisterne werden ebenfalls von dem Dachwasser gespeist und dienen der Freiflächenbewässerung und vor allem der Bewässerung des Schulgartens.

Mit der Gestaltung des Freiraumes wird nicht nur für die Schülerinnen und Schüler eine Vielzahl an unterschiedlichen Aufenthaltsbereichen geschaffen, die jeglichen Bedürfnissen Raum bieten, sondern auch ein wichtiger Freiraum für die Quartierbewohner. Mit dem großen Anteil wasserdurchlässiger Beläge, vielfältiger Bepflanzung und den ökologischen Ausgleichflächen steuert das Konzept zur Nachhaltigkeit bei, unterstützt das natürliche Regenwassermanagement und verbessert das lokale Klima. So wird die neue Gemeinschaftsschule an der Pankstraße nicht nur stadträumlich an den übergeordneten Freiraumkonzept angebunden, sondern auch als klar ablesbarer Freiraum im Quartier sichergestellt.

Brandschutz-und Rettungskonzept

Das Gebäude ist mit einer Höhe von mehr als 7 m und einer Fläche von deutlich mehr als 400 m? in die Gebäudeklasse 5 einzustufen. Durch die Schulnutzung sowie die Versammlungsstätte im EG handelt es sich um einen Sonderbau. Formal ist die BauO BIn sowie der M-SchulBauRL zu berücksichtigen. Die Planung sieht die Ausbildung von Compartments zwischen 600-800 m? vor. Im Erdgeschoss ist eine Versammlungsstätte für mehr als 200 Personen geplant, sodass für diesen Bereich zusätzlich die MVStättVO zu berücksichtigen ist. Die äußere Erschließung erfolgt im Süden und Osten über das öffentliche Straßenland. Im Westen wird eine Feuerwehrzufahrt inkl. endständiger Bewegungsfläche vorgesehen, sodass alle Teile der Schule sowie die wesentlichen Gebäudezugänge in ca. 50 m erreichbar sind. Die Rettungswege aus der Schule werden baulich sichergestellt. Hierfür sind fünf notwendige Treppenräume geplant, welche alle angeschlossenen Geschosse erschließen. Die Treppenlaufbreite wird so dimensioniert das die erforderliche Breite von 1,20 m je 200 Personen sichergestellt wird. Dies gilt für die Ausgänge der Treppenräume ins Freie analog. Im Erdgeschoss weisen die Treppenräume direkte Ausgänge ins Freie auf und werden mit trockenen Steigleitungen geplant.
Die Mensa und der Mehrzweckraum sollen als Versammlungsstätte nutzbar sein, sodass diese Bereiche direkte Ausgänge ins Freie sowie eine ausreichende Anzahl an Ausgängen zu notwendigen Fluren mit angeschlossenen Treppenräumen erhalten. Für die Versammlungsstättenbereiche werden die Anforderungen der MVStättVO berücksichtigt.
Innerhalb der Compartments verlaufen beide Rettungswege durch das Forum, sodass für dieses unter Berücksichtigung der wesentlichen Abweichung von der BauO BIn sowie der MSchulBauRL eine interne Alarmierungsanlage mit autom. Meldern erforderlich wird, sodass die Selbstrettung frühzeitig eingeleitet wird. Aus jedem Compartment steht ein direkter Ausgang in einen Treppenraum sowie ein Übergang zu einem anderen Compartment zur Verfügung, von wo aus die weiteren Treppenräume des Gebäudes erreichbar sind. Die zulässige Entfernung von 35 m von jeder Stelle der Aufenthaltsräume der Compartments wird im Zuge der Planung berücksichtigt.
Bezüglich der baulichen Anforderungen werden die Anforderungen an Gebäude der Gebäudeklasse 5 berücksichtigt. Die Möglichkeit einer Ausbildung eines Gebäudes in Holzbauweise (z.B. Verbunddecken) o.A. wird grundsätzlich durch die Anwendung der MHolzBauRL möglich sein. Hierbei sind jedoch aufgrund der Größe der Compartments keine holzsichtigen Oberflächen sondern nur linienförmige Bauteile holzsichtig vorstellbar (Stützen/Unterzüge). Aufgrund der Größe von ca. 6.000 m2 wird das Gebäude in Brandabschnitte unterteilt. Diese sind zwar größer als 1.600 m' jedoch kleiner als die in klassischen Schulen zulässigen 3.600 mż. Die Brandwände werden in allen Geschossen übereinander angeordnet. Aufgrund der Lage in den Innenecken werden dort besondere Maßnahmen zur Vermeidung eines Brandüberschlages vorgesehen (feuerbeständige Außenwände). Öffnungen in den Brandwänden sind zulässig und werden mit feuerbeständigen Abschlüssen versehen.

Tragwerk

Die neue Gemeinschaftsschule Pankstraße folgt einem rationalen, hochflexiblen räumlichen Konzept. Die Tragkonstruktion ist als effiziente Holz-Beton-Hybridbauweise konzipiert, in der die Materialien materialgerecht kombiniert werden, um ein optimales und nachhaltiges Zusammenwirken zu ermöglichen. Die gewählte Systematik erlaubt einen hohen Grad an Vorfertigung und unterstützt damit eine präzise und wirtschaftliche Ausführung. 
Die Geschossdecken bestehen aus vorgefertigten Holz-Beton-Verbund (HBV) Rippendeckenelementen. Jedes Element setzt sich aus einer 14 cm starken Betonplatte und zwei Rippen aus Brettschichtholzträgern zusammen. Die Konstruktion erfüllt die bauphysikalischen Anforderungen eines modernen Schulgebäudes bei gleichzeitig reduzierten CO2-Emissionen und ermöglicht damit eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Konstruktion. Nach der Montage werden die Elemente punktuell mechanisch verbunden. Die Anordnung der Holzbalken am Rand der Elemente gewährleistet den konstruktiven Schutz der Verbindungen und erleichtert die Ausbildung der Fugen.
Die Deckenelemente lager auf vorgefertigten Stahlbeton-Primärträgern, die in einem wirtschaftlichen Raster von 4,325 m gespannt sind. Die Primärträger sind mit durchgehenden Auflagernocken ausgebildet, was eine optimale Lagerung der HBV-Elemente ermöglicht. Die gewählte Materialität erlaubt zudem punktuelle Durchdringungen für die notwendige technische Gebäudeausrüstung.
Im Erdgeschoss werden die Lasten der nordwestlichen Gebäudeflügel über vorgefertigte, vorgespannte Abfangträger geführt, sodass Nutzräume mit einer Raumtiefe von bis zu 13 m realisiert werden können. Die Abfangträger folgen dem darüberliegenden Stützenraster und ermöglichen eine effiziente und klare Lastumleitung. Im zentralen Bereich ist ein grosszügiger stützenfreier Raum vorgesehen. Die Lastabtragung erfolgt hier über ein zweigeschossiges Fachwerk: Zugdiagonalen aus Stahl verbinden Ober- und Untergurt und ermöglichen die erforderlichen Spannweiten ohne massive Mittelstützen. Fünf Stahlbeton-Erschliessungskerne übernehmen sowohl die vertikale Erschliessung als auch die horizontale Aussteifung des Gebäudes.
Die Sporthallen sind in einem separaten Gebäudekörper organisiert. Die beiden Hallen werden oberirdisch übereinander angeordnet und bilden zwei überhohe Geschosse, was eine kompakte und effiziente Gebäudestruktur ermöglicht. Die Zwischendecke ist als Holz-Beton-Verbunddecke ausgebildet, während die Dachkonstruktion aus Holz-Rippendecken bestent, um den unterschiedlichen tunktionalen Antorderungen gerecht zu werden. Die Aussteitung erfolgt über die exzentrisch angeordnete Erschließung sowie über Holzdiagonalen entlang der Fassade. Insgesamt verbindet das Tragwerkskonzept einen hohen Vorfertigungsgrad mit einer klaren, nachhaltigen Materialwahl und ermöglicht so eine leistungsfähige, wirtschaftliche und dauerhaft flexible Gebäudestruktur, die sich an zukünftige Anforderungen des Schulhauses anpassen kann.

Haustechnik- und Lüftungskonzept

Nutzung der Ressourcen vor Ort. Das ist das Leitbild für die Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzeptes für den Neubau der Gemeinschaftsschule Berlin. Dabei wird die Betrachtung des Gebäudes ganzheitlich hinsichtlich Errichtung und Betrieb gesehen und die Umweltwirkung der gewählten Materialen ebenso betrachtet, wie die energieeffiziente regenerative Energieversorgung mit Stromproduktion vor Ort.
→ Verzicht auf den Einsatz fossiler Energieträger - Fernwärme und regenerative Stromerzeugung mit hohem Eigenanteil Als Neubauniveau wird das Effizienzhaus 40 in Verbindung mit einer QNG-Förderung vorgeschlagen, um die förderpolitischen Ziele umsetzen zu können. Eine Zertifizierung unter Berücksichtigung der Kriterienmaßstäbe des BNB ist vorgesehen, sodass die Nachhaltigkeitsmerkmale wie eine gute Behaglichkeit, Barrierefreiheit, die Ressourceneffizienz, die Materialwahl und die Schadstofffreiheit als Grundlagen im Entwurf konsequent adressiert und dokumentiert werden. Der Neubau ermöglicht im Sinne der Nutzerfreundlichkeit eine hervorragende Orientierung auf den Ebenen in den Geschossen bei guter Tageslichtversorgung für alle Flächen.

Ziele der nachhaltigen Planung

• Regenerative Energieversorgung durch Fernwärme in Verbindung mit Eigenstromversorgung durch Photovoltaik
• PV-Anlage als sichtbare Komponente mit dem Ziel Plusenergie
• Natürliches, freies Lüftungskonzept, korrespondierend zu der architektonisch gewählten Kammstruktur Querlüftung im Kontext Klassenraum, offener Lembereich und Höfen
• Mechanische Lüftung nur bei nutzungsbedingten Anforderungen in Veranstaltungsbereichen und Mensa 
• Hervorragende Tageslichtnutzung für alle Lehr- und Lernbereiche 
• Niedertemperatursysteme zur Beheizung im Winter und Konditionierung im Sommer durch Klimaboden 
• Ressourceneffizienter und wirtschaftlicher baulicher Standard
• Passive Maßnahmen durch Gestaltung der Fassadenöffnungen, außenliegender Sonnenschutz, Fensterlüftung
• Speichermassen durch Aktivierung der Estrichschicht und thermisch wirksamen, freiliegenden Decken
• Hochwirtschaftliche Konstruktion durch definierte und verfügbare Systeme u.a. in Bezug auf Statik und Schallschutz
• Schadstofffreie/VOC-freie Farben, Lacke und Kleber sowie Baustoffe (Bodenbeläge und Beschichtungen mit EC1 Qualität)
• Einsatz zertifizierter Holzwerkstoffe mit Herkunftsnachweis, Verzicht auf Naturstein
• Rückbautreundliche Baukonstruktion (Rückbaukonzept)
Trennbare Materialschichtung | Verzicht auf Klebungen | Deklaration der verwendeten Materialien (greenbuildinproducts)
• Barrierefreiheit nach dem Mehrsinneprinzip (Schwellen, Bewegungsräume, Sprachansagen (Aufzüge), taktile Beschriftungen

Bauen mit Naturschutz-Biotopvernetzung und Regenwassermanagment

• Ziel: Grundwassereutrale Errichtung des Gebäudes durch Rückhaltung und Nutzung von Regenwasser
• Verdunstung des Regenwassers über die Gründächer
• Substrate für extensive Dachbegrünung mit standortgerechten und nichtinvasiven Arten
• Zisternen für die Regenwassersammlung zur Außenanlagenbewässerung
 

Gebäudekonzept/Gebäudehülle

• Einsatz nachhaltiger Dämmstoffe und ökologische Materialdeklaration nach den Qualitätsstufen des BNB
• Einsatz von Schaumglas als Recyclingmaterial als Dämmmaterial für die Gründungssituation
• Dämmschichtdicken in Abstimmung mit der Wirtschaftlichkeit der Konstruktionen
• Elementierten Fassaden mit hohem Vorfertigungspotential
• Luftdichte Gebäudehülle mit geschützter Dichtebene hinter InstallationsebeGebäudekonzept gebäudetechnik
Freies Lüftungskonzept in Verbindung mit hohen Anteilen an Öffnungsflügeln
• Einsatz kontrollierter Lüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung wo erforderlich
Nutzungsbedingter Luftvolumenstrom pro Person zwischen 25 und 30 m/h (insbesondere EG)
• Realisierung eines einfachen Lüftungs- und Regelungskonzepts für die Fachklassenbereiche im 3.
Obergeschoss durch dezentrale bedarfsorientierte Geräte und Aggregate
• Auslegung von Schachten und vertikalen Erschließungsräumen mit Reserven zur Nachinstallation
• Flächensystem zum Heizen im Winter und konditionieren im Sommer durch Klimaboden
• Umsetzung geringer Systemtemperaturen zur Vermeidung von Behaglichkeitseinschränkungen durch Trägheit
• Südorientierte PV-Flächen auf den Dächern mit Eigenstromnutzung der regenerativen Erträge für:
- Nutzerstrom und Nutzerausstattung
- Gebäudebetrieb (elektrische Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung über Kompression)
• Erhöhung der Eigenstromnutzung durch Integration einer Batterieanlage im Kontext von Netzdienlichkeit
• Wasserkonzept mit wassersparenden Armaturen und Regenwassemutzung (Reinigungswasser, Grünpfianzen)
• Verzicht von Warmwasser in Sanitären Anlagen und Putzmittelräumen
• Bedarfsorientierte, dezentral elektrische Warmwasserbereitung